Molokoï
[Bilder vom 02./03.06.07]

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So, unser letztes Wochenende in Französisch Guyana ist angebrochen und wir machen uns wieder auf auf eine interessante Tour! Dieses Mal nimmt uns Elini vom Schildkrötenstrand mit auf einen zweitägigen Trip durch den Urwald, auf den Sentier Molokoï! Die Idee ist es, von eine Herberge im Urwald aus 14km in den Wald hineinzuwandern, dann in einem Carbet in den Hängematten zu übernachten, am anschliessenden Morgen dann nochmals 4km durch den Wald zu laufen und schliesslich im Ort Cacao den Markt zu besuchen. Also, los gehts!

Wir stehen also am Waldrand. Eine Brasilianerin lächelt uns von unter einem grossen schweren Rucksack her zu...


Hier stehen Andy und Elini bei der Begrüssungstafel zum Molokoï-     
Weg. Von hier sind es noch etwa 15 Minuten Fussmarsch bis zum      
"echten" Wald...                                                                             


Vorbei an einheimischen Bauernhütten wandern wir schwer beladen Richtung Waldweg...


Noch trifft man halbwegs kultivierte und harmlose Pflanzen an, die schon bald der üppigen Dschungelvegetation Platz machen...


...und nur nach wenigen Schritten stehen wir natürlich wieder in der Mitte der urwäldlichen Urtümlichkeit! Immerhin haben die                 
Guyanesen auf diesem Touristenpfad ab und zu mal 'ne Brücke eingebaut...                                                                                            


...doch oft findet man sich in recht matschigem Sumpf wieder, wie dieses weitere Bilddokument aus der Reihe "Füsse in den Wassern      
der Welt"
dokumentiert. Uns ist das mittlerweile natürlich so was von egal und wir amüsieren uns prächtig!                                             


Ab und zu trifft man auch auf ein Bächli, das von     
den anwesenden Gewässerökologen auch immer       
sofort inspiziert wird. Aber wie üblich finden wir      
keine Laub-fressenden Makroinvertebraten...          


Wir haben auch Bäume gefunden in denen Menschen leben! Naja, zumindest Bäume in die sich             
Mensche verkriechen können...                                                                                                         


In der Baumhöhle ist es überraschenderweise sehr leer. Keine           
Fledermaus, nix!                                                                            


Wir überqueren auch "grössere" Gewässer mit echtem Sonnenlicht und so! Das Wasser ist auch sehr klar und problemlos trinkbar!

Nach mehreren Stunden Fussmarsch - die kleine Elini ging ab durch den Dschungel wie ein Wirbelwind vor Ladenschluss - kamen wir dann an den Bach, der unser Carbet umfliesst, und ein typischer heftiger Platzregen nässte uns innert Sekunden mal wieder bis aufs Unterhemd durch. Wir sind uns das ja mittlerweile gewohnt und kümmerten uns wenig um den Niederschlag. Fröhlich das Ewok-Thema aus ROTJ pfeifend trudelten wir dann schliesslich auf der Lichtung mit unserer Unterkunft ein...


Oh Schreck (neiiiin, nicht der Oger!!!), ein wohl vor höchstens einem Tag umgefallener Baum hat eines der drei Carbets von Molokoï        
so ziemlich flach gehämmert! Zum Glück waren wir da noch nicht in unseren Hängematten! Gilt aber auf jeden Fall als Volltreffer...          


Auch das Küchen-Carbet mit der Feuerstelle (links) wurde leicht gestreift, doch es liess sich immer noch darin kochen. Rechts das dritte,
zum Glück unversehrte Carbet, in das wir dann schlussendlich unsere Sacknester gehängt haben.                                                            


Ein uralter Schweizer-Armee-Instinkt hat Andy dazu bewegt, aus dem Restholz des erschlagenen Carbets und einer Rolle WC-Papier ein     
Lagerfeuer (komplett mit Rauch und so) zu basteln, um darauf zu kochen und Kleider und Schuhe zu trocknen. Das wird von der fast-        
einheimischen Elini mit gewisser Belustigung aufgenommen.                                                                                                                  


Immerhin sind die Kampstiefel von Andy auch schon bald irgendwo zwischen medium und well-done. Das rechts sind übrigens Elini's            
Wald-Schuhe: mit diesen Trottoir-Pumps hat sie den ganzen holprigen, steinigen und vor allem glitschigen Waldweg problemlos bewältigt!


...und meinen Hut geklaut hat sie auch noch!!! Naja, steht ihr          
wenigstens gut, oder?                                                                     


Am Abend gesellten sich noch ein belgischer Arzt und eine Französische Ärztin zu uns, die in Cayenne arbeiten, und es wurden Rum und    
Kekse ausgetauscht. Auch ein dicker, fetter (30cm lang!!!) Frosch hat sich in unsere offene Küche/Esszimmer geschmuggelt! Oh, und      
rechts im Bilde der Dschungel beim Eindunkeln: irgendwie nicht mehr so lauschig...                                                                                


Am Sonntag Morgen wurden wir von herrlichem      
Sonnenschein geweckt. Und von unseren ob den     
Hängematten reklamierenden Wirbelsäulen            
natürlich...                                                          


Hier zum Beispiel ein Beispiel eines malträtierten Schweizer             
Indianers, ehm, Ökologen. Der ist in Wirklichkeit gar nicht so          
benebelt - das ist nur das Mosquitonetz!                                         


Weiter geht's über Stock, Stein und Bach, quer durch den Wald! Elini ist dabei fast auf eine Vogelspinne getreten. Auch dies ein riesiges,
imposantes Getier...                                                                                                                                                                           


...das von allen mit Respekt und Distanz behandelt wird.


Nach wenigen Stunden Wald pur kommen wir schliesslich wieder in die Nähe der Zivilisation, und erreichen das Städtchen Cacao...


Fix und fertig nehmen wir hier aber keine Ovomaltine zu uns, sondern erst mal ein erfrischendes eisgekühltes Coca Cola! Und dann noch
eins! Und dann superfeine chinesische Suppen und süss-sauel Schwein! Hier in Cacao leben nämlich viele Hnong, ein Völkerstamm aus     
China der sich hier im Südamerikanischen Urwald niedergelassen hat und nun einen bei den wenigen Guyana-Touristen beliebten Markt   
inklusive Restaurant unterhält.                                                                                                                                                            


Links im Bild der im Nachmittag schon fast abgebaute Markt von Cacao und, rechts, der schon obligate tropische Platzregen...

Schliesslich haben uns die schon längst "überholten" Ärzte aus dem Carbet wieder eingeholt und wir können mit ihnen zu unserem Auto am Startpunkt der Reise zurückfahren. Dann wieder in unseren Berlingo gestiegen und nach Kourou zurückgedampft, und fertig war unser letztes Wochenende in Guyana...

 

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