Dschungelgelöt
[Bilder vom 22./23.05.07]

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So, endlich gibt's mal wieder was zu lesen! Letzte Woche waren wir wieder ein paar Mal im Wald unterwegs und haben unsere ersten Proben des zwei Wochen früher im Bach versenkten Experiments geborgen und verarbeitet. Neben dem eigentlichen Laubabbauexperiment nehmen wir aber auch noch die Daten von insgesamt 10 Bächen in französisch Guyana auf. Hierbei messen wir Breite und Tiefenverteilung an sechs Stellen im Bach, schätzen gewisse parameter wie Bedeckung und die Beschaffenheit des Untergrunds, nehmen Wasser- und Laubproben, und fotografieren das Ganze noch...


...und zwar einmal den Bach hoch, einmal den Bach runter...


...und einmal senkrecht nach oben!


Bei der Porbenahme kriegten wir "Hilfe" von einem hiesigen Hund, der uns immer um die Beine strich. Der Kollege auf dem rechten Bild   
nahm es hingegen eher gemütlich und störte uns wenig...                                                                                                                     


...dafür waren diese Jungs hier emsig wie, ehm, Ameisen am Rotieren. Wir vermuten die diagonalen   
Strukturen die die Ameisen gebaut haben sollen das den Stamm herunter fliessende Regenwasser vom
Nesteingang fernhalten.                                                                                                                    


Nicht alles ist Wald in Guyana, und entlang der Strasse findet man oft solche Erosionszonen wie links. Aber wir müssen natürlich durchs   
Dickicht...                                                                                                                                                                                          


Auch hier wieder einmal hoch und einmal runter, obschon der Bach hier kaum ersichtlich ist...


Der Blick nach oben einmal wie's wirklich aussieht, und einmal - zum Ausprobieren - als Schwarzweissbild. Das Histogramm des rechten    
Bildes ergab einen Schwarzanteil von 77.89%, was unserer Schätzung von 80-90% Bedeckungsgrad schon angenehm nahe kommt.             


Auch gesichtet: einer der sagenumwobenen Urwaldmenschen Südamerikas, sowie vielleicht eine            
rituelle Begrabungsstätte? Nein es ist nicht Yeti sondern Andy, und das andere der ameisensichere        
Macheten-Hutständer eines Gewässerökologen...                                                                                


...der da mal hutlos Proben einsammelt. Rechts was für Funghi: einer der sehr wenigen Fruchtkörper-   
bildenden Pilze die ich bisher im Dschungel gefunden habe. Sieht aber nicht sehr lecker aus...              


Dies sind Hoccos, etwa truthahngrosse Flattermänner die hier auch  
bejagt werden.                                                                              


Im Labor werden die Laubproben aus den Beuteln    
gespült...                                                             


...und anschliessend gereinigt. Links sehen wir einheimisches Laub - praktisch unverrottet - und rechts Erlenlaub das wir zum Vergleich   
aus der Schweiz mitgenommen und hier versenkt haben. Die Erle verrottet wesentlich schneller als das einheimische Laub, aber              
wesentlich langsamer als wir es uns aus unseren Breitengraden gewohnt sind.                                                                                       


Schliesslich wird das gereinigte Laub eingepackt um es einzufrieren und in die Schweiz zurückzutransportieren, wo es dann gefrier-         
getrocknet und gewogen wird. Oh, und die Kröte rechts hat sich bei uns in der Dusche versteckt. Der Hüpfer ist ca. 15cm lang.                
Ok, der passt zwar nicht ins Thema, aber Tierbilder kommen immer gut an, oder?                                                                                  

 

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